Jahresrapport der Luftwaffe 2025

 

Der diesjährige Jahresrapport des Kommandanten Luftwaffe fand zusammen mit dem Pensioniertentag in der neuen Halle der Bern Expo statt. In diesem Jahr standen die Transformation der Luftwaffenstrukturen sowie die weiter verschlechterte internationale Sicherheitslage im Zentrum des Rapports.

 

Der seit dem 1. Oktober 2025 neu im Amt stehende Kommandant der Luftwaffe, Divisionär Christan «Ernesto» Oppliger», eröffnete den Rapport nach den Grussworten an den verschiedenen politischen und militärischen Gästen mit einem herzlichen Dank an seinen Vorgänger, Divisionär Peter «Pablo» Merz.

 

Das Grusswort der Politik kam dieses Mal von der höchsten Schweizerin, Frau Maja Riniker (FDP), Nationalratspräsidentin. Sie bedankte sich im Namen der Bundesversammlung für den geleisteten Einsatz der Luftwaffe zu Gunsten unseres Landes. Sie strich hervor, dass wir in einem Umfeld leben, wo sich die Sicherheitslage rasch wechselt.

 

Gemäss dem Kommandanten Luftwaffe, bestimmt das Bedrohungsumfeld der Schweiz u heute vor Allem hybride Aktionen wie illegale Nachrichtenbeschaffung, Sabotage, etc., sowie möglicherweise in einigen Jahren einen militärischen Angriff aus der Distanz. Die Antwort der Schweizer Armee und insbesondere der Luftwaffe ist ein Ausbau der eigenen Fähigkeiten in der integrierten Luftverteidigung, welche sowohl die Abwehr von klassischen Luftzielen, Drohnen und neuerdings auch ballistische Lenkwaffen vorsieht.

 

Die Luftwaffenstrukturen werden in verschiedenen Teilschritten 2026, 2029 und 2032 den neuen Bedürfnissen angepasst. Ziel ist es ab 2032 die volle Einsatzbereitschaft der Luftwaffe mit den neuen Systemen wie dem F-35A Kampfflugzeug, dem bodengestützten Luftverteidigungssystem grosser Reichweite Patriot und dem bodengestützten Luftverteidigungssystem mittlerer Reichweite IRIST-SLM zu erreichen. Die Zeitverhältnisse mit Bezug einer sich weiteren verschlechternden Sicherheitslage im Umfeld der Schweiz stellen dabei die grösste Herausforderung für die Luftwaffe dar. Zusätzlich zu den erwähnten neuen Systemen sollen später ebenfalls ein neues System für die bodengestützte Luftverteidigung kurze Reichweite, neue mittlere Transporthelikopter sowie teilmobile Sensoren mittlerer und grosser Reichweite beschafft werden. Dank eines beschleunigten Beschaffungsverfahrens konnte auch eine Erstbefähigung für teilmobile Sensoren kurzer Reichweite durch die Beschaffung des italienischen AESA-Radars MMR von Leonardo ermöglicht werden. Die Abwehr von Mini- und Mikrodrohnen ist eine Aufgabe, welche sich die ganze Armee stellen muss, und ist nicht eine alleinige Aufgabe der Luftwaffe. Eine weitere Herausforderung für die Luftwaffe ist die langfristige Sicherung von Nachwuchs bei den Militärpiloten.

 

Korpskommandant Laurent Michaud, Kommandant des Kommando Operationen, bedankte sich ebenfalls für den geleisteten Einsatz der Luftwaffe. Er ging ebenfalls auf die sicherheitspolitischen Herausforderungen für die Schweizer Armee ein. Die neue Aufklärungsdrohne ADS-15 sei für die Armee ein essenzieller Sensor für die luftgestützte Nachrichtenbeschaffung. In Folge der hybriden Bedrohung muss die Luftwaffe ihren Eigenschutz stärken. Eine grosse Herausforderung für die Armee sind die nach wie vor grossen Lücken bei der Ausrüstung und Munitionsbevorratung. Diese zu schliessen wird in Zukunft weitere umfangreiche finanzielle Mittel benötigen.

 

Als Gastreferent konnte der Befehlshaber der französischen Armée de l’Air et l’Espace, Général d'armée aérienne Jérôme Bellanger gewonnen werden. Er informierte die Rapportteilnehmer über die Aufgaben, Einsätze und Weiterentwicklung der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte. Unter Anderem wird Frankreich seine nukleare Abschreckung durch die Einführung neuer Abstandswaffen stärken. Russland stellt für Frankreich und die NATO in Europa die zentrale Bedrohung für den Frieden und Stabilität dar. Ein möglicher Krieg zwischen den Grossmächten würde wohl im Weltraum beginnen.

 

Der Abschluss des Jahresrapport bildete ein Referat des Kommandanten des neu gebildeten Kompetenzzentrum Weltraum, Colonel EMG Ludovic Monnerat. Das Kompetenzzentrum Weltraum untersteht seit dem 1. April 2025 der Luftwaffe. Die Leistungen des Kompetenzzentrums werden zu Gunsten der ganzen Armee erbracht. Die Leistungen umfassen Aufklärung, Navigation, Kommunikation und elektronische Gegenmassnahmen. Schon bald soll die Schweizer Armee mit eigenen Fähigkeiten im Weltraum präsent sein. Das Kompetenzzentrum Weltraum arbeitet sehr eng mit der in der Schweiz ansässigen Industrie und den Forschungsanstalten zusammen.

 

Umrahmt wurde der Jahresrapport mit Einschüben von Standartenab- und -übernahmen der sich im Rahmen der Transformation per 1. Januar 2026 auflösenden und neugebildeten Truppenkörpern der Luftwaffe. So werden zum Beispiel die heute der Fliegerbrigade 31 unterstellten Luftwaffennachrichtenabteilungen aufgelöst und auf das kommende Jahr zwei neue Luftlageabteilungen in der BODLUV-Brigade 33 aufgestellt. Neu werden auch die Flugplatzkommandos der Fliegerbrigade 31 unterstellt und sie erhalten neu aufgestellte mobile Flugplatzabteilungen. Mit diesen soll in Zukunft die Dezentralisierung sichergestellt werden.

 

Text: Beat Benz

 

Bild: © VBS/DDPS